Am 10. September 2005 habe ich eine Lesung abgehalten, im Rahmen der Eröffnung des Leseraumes im Wiener



Den ersten Teil meiner Lesung gestaltete ich als Prosa-Lesung aus meinem Roman "... und Lena liebt"
Als zweiten Teil las ich eine Auswahl aus meinem Gedichtband
Wie mich manche hier kennen, habe ich in dem Vorgängerlokal unseres Gastgebers, einige Nächte meiner Singlezeit verbracht. Wie sich nachher herausstellte, zu Studienzwecken.
Da kam es schon auch zu so mancher Begegnung. Aber nicht alle hier nun gelesenen haben nur hier stattgefunden.
Die Hymne dieser Tage habe ich in einem für mich sehr interessanten Projekt umgesetzt. Ich habe Springsteen-Musiknummern als Grundrhythmus für Texte im Wiener Dialekt verwendet.
Man könnte diese also auch singen, bzw. natürlich richtig schön grölen.
Ich allerdings werde euch das ersparen. Ich werden die beiden Herren bitten, sie am Klavier zu intonieren und dann
werde ich sie
lesen.
Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Schwoarze launge Hoar
Lederjackn
Goldkreiz auf da Brust
A gaunzer Maun!
Der weckt in mir die Lust
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er wirklich a Maun
Der aner Frau a Lust bereiten kaun
Der Typ mit mir a poa Wodkas trinkt
In seine Augen es knoihoart blinkt
I schau eam auffordernd ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht
I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i für sie net gut genug sein kaun
Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Kurze blonde Hoar
Designeraunzug
Handy und Notebook
Gepflegter Maun!
Bei dem i mehrmois schluck'
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er scho a Maun
Der aner Frau an Spaß mochn kaun
Der Maun mir oatig Komplimente mocht
Strahlend in meine Augen locht
A i schau strahlend eam ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht
I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i mi sunst nimmermehr lösn kaun
Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Schüttre graue Hoar
Gescheite Augen
Sensibler Mund
Ein kluger Maun!
Des ist für mi a Grund
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
schaut aus ois warat er a soicher Maun
Der auf a Frau a no eigeh kaun
Der Maun gescheite Gespräche fiart
Über des was er aun mir gspiart
I schau eam zuastimmend ins Gesicht
Do sogt der Maun:
Täusch dich in mir nicht
I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu ihr Gefüh i net valetzn kaun
Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
Freche Augn zwa
Enge Jeans und foitenlose Haut
A junger Maun!
Und söten guat gebaut
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
schaut aus ois warat er so a Maun
Der von de Frauen nie genug kriagn kaun
Der Burli spricht von seiner Einsaumkeit
Und wia schee Erwochen war zu zweit
Verständnisvoll schau i eam ins Gsicht
Do sogt der Bua:
Täusch dich in mir nicht
I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch die Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
A so a Frau suach i ois Freind scho laung
Steh in da Nocht in aner Köllerbar
Auf amoi nebn mir
A Maun ohne Hoar
Muskeln aus Stoi
Da Blick wia Eis
A starker Maun!
Mir wird gaunz heiß
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und der Maun der do nebn mir steht
Schaut aus ois warat er endlich a Maun
Der aner Frau no an Herrn zeign kaun
Der Maun fixiert auf meinen Busen stiart
I sich genau daß si bei eam wos riart
Und schau erwoatungsvoi eam ins Gesicht
Do sagt der Maun:
Täusch dich in mir nicht
I hob bei mir daham a leeres Bett
Doch de Frau de do nebn mir steht
Is wos Besonderes
De greif i net aun
Wäu i vor dera Frau
Respekt haubn kaun
I hob bei mir daham a leeres Bett
Wäu jeda Maun glaubt
Der so nebn mir steht
Daß des fia mi etwos Besonderes is
Wenn ana mi respektiert
Stott küßt
I hob bei mir daham a leeres Bett
Und maunchmoi denk i ma
Des gibts do net
I bin nix Bsonderes
Bin nur a Frau
Und maunchmoi hätt i hoit gaunz gern an Mau
Und die Moral von dera Gschicht?
Wüst du an Mau
So findst eam nicht
Denn bist a Frau
Und net a Köllerfee
Hot plötzlich jeda Mau
Aungst vua sein eignen Schmäh
Gefunden I
Du bist das Gefühl
Das spüre ich
Verschließe dich nie
Das wünsche ich
Du bist das Licht
Das sehe ich
Du bist die Wärme
Erkalte nicht
Du warst meine Suche
Jetzt fand ich dich
Du bist die Liebe
Ich liebe dich
Ich liebe die Welt
Ich liebe die Welt
Darum liebe ich dich
Nicht dich liebe ich
Und darum die Welt
Du bist
Was mir an der Welt gefällt
Du bist der Mann für die Liebe
Für mich
Ewigkeit
Deine Lippen
Zärtlichkeit
Deine Zunge
Sinnlichkeit
Deine Haut
samtene Weichheit
Deine Hand
sanfte Erfahrenheit
Dein Atem
meine Trunkenheit
Deine Augen
meine Versunkenheit
Dein Geschlecht
voll Männlichkeit
Mein Wunsch
nach Unendlichkeit
Deine Angst
meine Verwundbarkeit
Meine Sehnsucht
die Verbundenheit
In meinem Herzen
ist die Reinheit
In meinem Gefühl
die echte Wahrheit
Deine Berührung
ist Vergangenheit
Doch meine Liebe
ist die Ewigkeit
Gefunden II
Ich bin mein Gefühl
Ich spüre mich
Du bist was du bist
Und ich spüre dich
Ich bin das Licht
Darum sehe ich dich
Ich bin die Wärme
Will wärmen dich
Ich suchte dich nicht
Doch nun fand ich dich
Ich bin die Liebe
Ich liebe dich
Vergessen
Er stand da
Und er sagte
Ich hab mich so auf dich gefreut
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen
Er sah mir in die Augen
Und er sagte
Du hast mir so gefehlt
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen
Er nahm mich bei der Hand
Und er sagte
Ich hatte Angst daß du nie wiederkommst
Und ich?
Ich hatte ihn vergessen
Ich sagte
Laß mir Zeit
Und er sagte
Nein!
Ich habe zwei Jahre lang
auf diesen Augenblick gewartet
Und ich?
Ich habe mich vergessen
Große Liebe
Ein Bier ein Schnaps
Dann siehst du mich
Ein Bier ein Schnaps
Dann willst du mich
Ein Bier ein Schnaps
Du sprichst mit mir
Ein Bier ein Schnaps
Willst mehr von mir
Ein Bier ein Schnaps
Du greifst nach mir
Ein Bier ein Schnaps
Willst alles an mir
Ein Bier ein Schnaps
Du liebst mich sehr
Kein Bier kein Schnaps
Willst mich nicht mehr
Es ist
Es ist!
Es ist wie es ist
Es ist!
Es ist was es ist
Es ist!
Es könnte nicht sein
Nicht so oder so
Es ist!
Nicht weil ich es will
So oder so
Es ist!
Dieses „Es ist"
Einfach du bist
Es ist!
Es ist wie es ist
Es ist was es ist
Es ist!
Herzförmig
Herzförmige Gedanken
die auf Blütenmeeren schwanken
Sternschnuppen
die in meine Wünsche fallen
Träume
die sich aus rosa Wolken ballen
Erwachen
das wie Morgentau glänzt
Freude
die die Schule des Lebens schwänzt
Lachen
das sich wie Perlen reiht
Zeit
als Beginn der Ewigkeit
Tränen
die wie Glühwürmchen blinken
Feuer
die in der Sonne versinken
Ein Engel
der durch das Zimmer geht
Regen
der nur aus Rosen besteht
Feenhände
die Worte schenken
Sternchen
die das Schicksal lenken
Himmel
der vor mir niederkniet
Ich glaube fast…
Ich bin verliebt!
Aber dann ...
Jugend
Wenn deine braunen Augen
In meine Augen lachen
Wenn deine vielen Worte
Späße mit mir machen
Bin ich so jung wie du
Wenn deine Hände führen
Die Hand mir dich zu berühren
Wenn deine Lippen streicheln
Und meine Haut umschmeicheln
Bin ich so jung wie du
Wenn dich dann Ängste schrecken
Und du willst dich verstecken
Wenn Zweifel an dir nagen
Und dein Gewissen plagen
Bist du so alt wie ich
und ...
Kalt - warm
Deine Kälte zu spüren
Und gleichzeitig zu spüren
Daß du sie
zu deinem Schutz brauchst
Macht mir Angst
Und diese Angst
Macht mir solchen Ärger
Daß mir
Gott sei Dank
Siedend heiß wird vor Zorn
Einfach Männer
Große Männer
Kleine Männer
Dicke Männer
Dünne Männer
Alte Männer
Junge Männer
Einfach Männer!
Über-Männer
Unter-Männer
Stroh-Männer
Milch-Männer
Hinter-Männer
Hampel-Männer
Einfach Männer!
Weihnachts-Männer
Jägers-Männer
Eis-Männer
Kohlen-Männer
Schnee-Männer
Wichtel-Männer
Einfach Männer!
Großmaul-Männer
Hohlkopf-Männer
Kalbsaugen-Männer
Grapschhand-Männer
Schlappschwanz-Männer
Möchtegern-Männer
Einfach Männer!
Der erste - ein Mann wie ein Baum
Sie zeigte sich ihm offen
Er warf sein Laub ab und fiel um
Wie von der Axt getroffen
Der nächste wußte ganz genau
Was die Liebe macht
Doch sie sollte zu ihm kommen
Da waren's nur mehr acht
Dann kam ein Arschloch angerannt
Sie wollte es gern lieben
Da hat es sie fest angeschissen
Da waren's nur mehr sieben
Der nächste war ein Pornofreund
Er hielt sie für Sex
Als sich ihm die Liebe hingab
Waren's nur mehr sechs
Der sechste dann ein Macho war
Hat sie frech angegrinst
Da grinste sie einmal zurück
Schon waren's nur mehr fünf
Dann trank einer sie sich schön
Und er war ganz high
Weil die Liebe nüchtern blieb
Waren's nur mehr drei
Dann kam der Lustige daher
Und machte viel Geschrei
Doch weil sie still und leise ist
Waren's nur mehr zwei
Der nächste wartete auf sie
Wie vor ihm sonst keiner
Weil warten für sie nicht genug ist
War es nur mehr einer
Dieser eine war so lieb
Hätt' sie beinah geschafft
Ach er log sich selber an
Raubte ihr fast die Kraft
Doch weil sie die Liebe ist
Die nur nach Liebe strebt
Hat sie zehn kleine Männerlein
In Liebe
überlebt
Meine Liebe
muss dir nicht verzeihen
Weil ihr hast du nichts angetan
Meine Liebe
muss nicht nach dir schreien
Weil sie immer bei dir sein kann
Meine Liebe
sehnt sich nicht nach dir
Weil sie dich nicht besitzen will
Meine Liebe
steht immer hinter dir
Und wartet dort auf dich ganz still
Meine Liebe
braucht von dir kein Wort
Weil sie dich hört
Auch wenn du nichts sagst
Meine Liebe
erscheint nur dann von dir fort
Wenn du
sie nicht zu erkennen vermagst
Um bei dir zu sein
Brauche ich dich
In der Zwischenzeit
Sehne ich mich
Still abzuwarten
Fällt mir sehr schwer
Und wieso sagst du
zu mir nichts mehr?
Und alles was ich
zu erkennen vermag
Ist
Dass du fort bist
seit jenem Tag
Darum musste ich dich
meiner Liebe übergeben
Denn ich
Will in Freiheit
weiterleben
Kinderaugen
Mit traurigen Kinderaugen
Stehst du in der Ecke
deiner Einsamkeit
Mit dem Rücken zur Wand
Mit hungrigen Kinderaugen
Stehst du vor dem leeren Teller
deiner Liebe
Das Messer noch in der Hand
Mit flehenden Kinderaugen
Stehst du im Gitterbett
deiner Sehnsucht
Und wünscht
dass du es verlassen darfst
Mit grausam harten Kinderaugen
Stehst du vor den Scherben
deines Spielzeugs
Das du vorher zu Boden warfst
Mit furchtsamen Kinderaugen
Stehst du vor dem schwarzen Mann
deiner Angst
Von dem du weißt
dass er auch Menschen frißt
Mit deinen Kinderaugen
Wirst du nie erkennen
Dass du
dieser Mann
selber bist
Und dann ein neuer
Anfang
Und wieder stehe ich am Anfang
Und wieder finde ich in mir den Mut
Zur Liebe
Keinen Hass
Keine Wut
Sogar der Ärger ist verschwunden
Zärtlich lecke ich meine Wunden
Halte tröstend mir die Hand
Sprech Koseworte in meinen Verstand
Streichle mir das Herz wieder warm
Wiege meine Sehnsucht im Arm
Küsse mir die Augen klar
Bin einfach immer für mich da
Mein Leid?
Bereits vom Mitleid abgelenkt
Für dich
Der du hinausgedrängt
Die Liebe
Aus deinem Leben
Nicht aus meinem
Stupid girl
Weicher dunkelbrauner Samt
Fließt aus deinen Augen
Wirft Falten in meine Gedanken
Und umhüllt meinen Körper
Mit einem Mantel aus Angst
Heiße zartbittere Schokolade
Fließt aus deiner Stimme
Formt Pralinen aus meinen Gedanken
Und umhüllt mein Herz
Mit einem Mantel aus Sehnsucht
Fragezeichen aus gesponnenem Zucker
Fließen aus deinen Worten
Spinnen Rufzeichen aus meinen Gedanken
Und umhüllen mein Gefühl
Mit einem Mantel aus Selbstzweifel
Erschauernd
Ziehe ich meinen alten Mantel
Fester um mich
Und denke voll Wehmut
An die Zeiten
Als seine Seide noch glänzte
Und
Wenn ich einmal naschen wollte
Nicht gleich jeder
Nur an Diabetes dachte
Hier liege ich
Und denk an dich
Noch spür ich dich
Ich sehne mich
Denk an die Nacht
Die nicht mehr ist
Und will zurück in diese Nacht
Die so viel Zärtlichkeit gebracht
Ein kleines Seufzen dringt zu mir
Bist du noch hier?
Schläfst neben mir?
Ich wage nicht den Blick zu drehen
Aus Angst daß meine Augen sehen
Nur meiner Sehnsucht Gaukelbild
Und daß mein Bett nur Leere füllt
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist
Ich will zurück in diese Nacht
Die deine Nähe mir gebracht
Ein leises Schnarchen folgt nun nach
Und bringt süße Gewißheit mir
Doch ach!
Nun macht die Angst mich wach
Du bist noch hier!
Schläfst neben mir!
Ich will zurück in diese Nacht
Die deine Liebe mir gebracht
Kann auch der Morgen Liebe bringen?
Wirst du zu Freundlichkeit dich zwingen?
Kannst du mir in die Augen sehen?
Oder wird Fremdheit zwischen uns stehen?
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist
Ich will zurück in diese Nacht
Die Vertrautheit uns gebracht
Da kommt die Hand
Ganz leis und sacht
Die Hand
Die mich nun glücklich macht
Die Hand
So sanft und herrlich warm
Sie zieht mich fest in deinen Arm
Hell geht die Sonne auf in mir
Der Tag ist da
Und du bist hier
Nach dieser Nacht
Die nicht mehr ist
Nach dieser Nacht
Die dich gebracht
Das Jüngste Gericht
Im Fegefeuer deiner Selbstanklagen
Verbrennst du
Die Erinnerung an jene Nacht
In der ewigen Finsternis deiner Ichbezogenheit
Versenkst du
Was glücklich mich gemacht
Dein schlechtes Gewissen
Nährt die Schlange
Der Interesselosigkeit in deiner Brust
Der Teufel selbst
Verhöhnt das Wunder
Deiner einmal gespürten Lust
Mit einer Sintflut aus Alkohol
Überschwemmst du
Deine verdrängte Not
Aus Höllenangst vor der Erkenntnis
Schlägst du mich in dir
Gleich Abel
Tot
Die Verdammnis deines Opferdenkens
Hält über deiner Einsamkeit
Die Totenwacht
Doch am Tag des Jüngsten Gerichts
Wird Gott vor dir stehen
Und dich fragen
Was hast du mit der Liebe gemacht?
Abschied
Wenn ich an all die Gelegenheiten denke
Die du an dir vorbeigehen ließest
Einen Freund für's Leben zu gewinnen
Wenn ich noch deine Lippen spüre
Die brennend suchen nach Zärtlichkeit
Und dann die Zärtlichkeit nicht spüren können
Wenn ich noch all die Blicke sehe
So hilflos bittend unbewußt
Doch viel zu blind
Um einen Freund dann auch zu sehen
Dann weiß ich
Es ist Freundschaft
Was da in mir wächst
Endlich?
Endlich ein Mann!
Keine Micky Maus
Kein Macho
Kein fideles Haus
Kein Softie und kein Biedermännchen
Und kein zum Wolf mutiertes Lämmchen
Ein Mann wie ein Mann
Endlich ein Mann!
Mit offenem Blick
Mit gut verwahrtem besten Stück
Mit Händen die ihn halten können
Und Beinen die vor nichts wegrennen
Ein Mann wie ein Mann
Endlich ein Mann!
Kein Phrasenbrabbler
Kein sinn- und wortverdrehender Wappler
Kein abhängiger Machtbeweiser
Kein großgewachsener Zwergenkaiser
Ein Mann wie ein Mann
Endlich ein Mann!
Mit eigenem Willen
Mit Worten die mehr als Gläser füllen
Mit heißem Atem ohne heißer Luft
Mit einem Schrei der nicht nach Hilfe ruft
Ein Mann wie ein Mann
Endlich ein Mann!
Kein Überzeugenmüsser
Kein wehleidiger Umweltbüßer
Kein ewig falsch Verstandener
Kein überall Vorhandener
Endlich ein Mann
Den ich ernst nehmen kann

Auch er
Und schon wieder einer
Ich glaubte
Diesmal keiner
Doch auch er
War einer
Er sah nicht aus wie einer
Und er sprach wie keiner
Doch auch er
war einer
Denn er handelte wie einer
Und nicht
Wie keiner
Doch! Doch!
Auch er war einer
Frustlust
Was reimt
sich schon
auf Frust?
Natürlich:
Keine Lust
Aber auch:
Ich hust’
auf das
was du da tust
Wenn ich
aber hust’
Nicht auf die
ganze Lust
Nur auf das
was du tust
Ist es denn
dann noch
Frust?
Zum versöhnlichen Ausklang die Begegnung
mit J.
Da sind ein paar sehr schöne Liebes- und Sehnsuchtsgedichte entstanden.
Ich will euch ein liebes Liebesgedicht vorlesen,
die schmalzigeren lassen wir aus
Das Motto:
Mit Lebkuchenherzen
den Äquator bestücken
Am Nordpol
herzförmige Iglus bauen
Für die Mitternachtssonne
einen Vollmond klauen
Auf der Milchstraße
ein Freudenhaus aufmachen
Dem großen Bären
eine kleine Bärin anlachen
Den Urwald
mit Kuscheltierchen besiedeln
Wolkenkratzern
liebliche Ständchen fiedeln
Vergissmeinnicht
in der Sahara pflanzen
Schwanensee
auf dem Meeresgrund tanzen
Wasserfälle
aufwärts hüpfen lassen
Auf Hochwaldmooren
festen Fuß fassen
Rocky Mountains und Alpen
rundlutschen
Auf Schaukeln aus Mondlicht
in den Himmel hutschen
Die Antarktis
mit meinem Atem auftauen
In Eisberge
Löcher in Sternchenform schauen
Das Rote Meer
knallig pink einfärben
Für schwarze Dessous
an Plakatwänden werben
In allen Höhlen
Lichter anzünden
Einen Club
der Lieben-wollenden gründen
Und mit ihnen feiern
Wie man die Liebe liebt
Und all das nur
Weil es dich gibt
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
Do kennan Vüle schaun
Weu mir san echte Fraun
Aus an gaunz besonderen Hoiz
Und auf des bin ich stoiz
Mir san voi Lust und Freid
Und voller Sinnlichkeit
Haum a an Mut und a Kroft
Und haum scho so vü gschofft
Wo aundre davo grennt san
Drum bin i so gern do daham
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
Scho in der oidn Zeit
Haum sie de Männer gfreit
Haums d'Weana Madln gsegn
Weu daun is immer wos geschegn
Weu mir
haum die Männer gern
Und des net nur von fern
Haum gern mit eana a Hetz
Lebn oba a im Jetz
Und wissen scho
wos mir woin
Net wos aner glaubt
daß ma soin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
Lochn vü doch wanan a daun
Waun mir wos zum Wanan haum
Oba des dauert net laung
Daun faung ma von vurn wieder aun
Weu so des Leben geht
Wos jede Frau do vasteht
Weu
I wohn in aner Stodt
De ganz wos besonderes hot
Des san de Fraun de do lebn
Und de si's Leben a gebn
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin
I bin a Wienerin